Der Montag startete bei uns ganz nach dem Motto, es erst einmal entspannt angehen zu lassen, denn die Woche versprach ohnehin noch genug Trubel. Nach dem Aufwachen rollten wir direkt die Matten aus, um den Kreislauf mit einem kleinen Workout in Schwung zu bringen, bevor der erste Hunger rief. Unsere aktuelle Unterkunft ist zwar gemütlich, aber ehrlich gesagt doch ziemlich winzig, was das Kochen zu einer echten logistischen Herausforderung macht. In dieser minimalistischen Küchenzeile ist der Airfryer mittlerweile zu unserem treuesten Begleiter und absoluten Lebensretter mutiert; es vergeht kein Morgen und kein Abend, an dem nicht die goldbraun gerösteten Süßkartoffeln auf unseren Tellern landen.
Gut gestärkt machten wir uns schließlich auf den Weg zum Apollo Square, denn der Strand rief nach uns. Wir erinnerten uns noch lebhaft an das letzte Mal, als wir geschlagene sechzig Minuten in der prallen Hitze dorthin spaziert und abends völlig k.o. wieder eine Stunde zurückgewandert waren, nur um später herauszufinden, dass es eigentlich einen kostenlosen Shuttle-Service gibt. Voller Vorfreude auf diesen kleinen Luxus suchten wir die Haltestelle auf, an der der Bus eigentlich alle halbe Stunde halten sollte. Doch die Minuten verstrichen, aus dreißig wurden fünfundvierzig, und weit und breit war nichts zu sehen außer ein paar geschäftstüchtigen Taxifahrern, die uns lautstark ihre Dienste anboten.
Gerade als die Uhr auf elf zuging und unsere Hoffnung allmählich schwand, sprachen uns zwei Amerikanerinnen an, die ebenfalls sichtlich genug vom Warten hatten. Kurzerhand fragten sie uns, ob wir uns nicht einfach ein Taxi mit ihnen teilen wollten, und keine zwei Minuten später rollte bereits der über die Grab-App bestellte Wagen vor. Die Fahrt dauerte kaum zehn Minuten, und am Strand angekommen, zeigten sich die beiden von ihrer spendabelsten Seite: Sie wollten absolut kein Geld von uns annehmen und verabschiedeten sich mit einem Lächeln in den Tag.
Wir suchten uns sofort ein schattiges Plätzchen im Sand, doch die drückende Hitze trieb uns schneller ins Meer, als wir schauen konnten. Das Wasser bot zwar kaum die ersehnte Abkühlung, da es fast schon Badewannentemperatur hatte, aber das Gefühl, in den Wellen zu treiben, war trotzdem herrlich. Zur Mittagszeit gönnten wir uns eine ordentliche Portion Streetfood und schlemmten drei knusprige Banh Mi, dazu gab es zwei cremige Mango-Smoothies und einen frischen Ananassaft – und das Beste daran war, dass wir für dieses Festmahl umgerechnet gerade einmal sechs Euro bezahlten.
Gegen 15 Uhr zwang uns die gnadenlose Sonne dann doch zum Aufbruch, denn es war schlichtweg zu heiß geworden. Trotz der Temperaturen siegte unser Ehrgeiz, und wir beschlossen, den Rückweg zu Fuß anzutreten, um noch ein paar Schritte auf dem Konto zu sammeln. Völlig durchnässt und mit hochroten Köpfen kamen wir zu Hause an, wo erst einmal kollektives Beinehochlegen angesagt war. Die Ruhepause währte jedoch nicht allzu lange, denn im Hinterkopf tickt bereits die Uhr: Meine praktische Pilatestrainer-Prüfung steht kurz bevor, und das bedeutet momentan vor allem üben, üben und nochmals üben.
Kosi musste also kurzerhand als mein Musterschüler herhalten und die Matte im engen Zimmer erneut ausrollen. Ich kann euch sagen, wir sind dabei ordentlich ins Schwitzen gekommen, und die ohnehin schon hohe Luftfeuchtigkeit in unserem kleinen Zimmer tat ihr Übriges. Zur Belohnung gab es am Abend eine einfache, aber heiße Instant-Nudelsuppe und natürlich unsere obligatorischen Süßkartoffeln. Um den Tag gebührend ausklingen zu lassen, schlenderten wir später noch einmal durch die belebten Gassen der kleinen Stadt, wo wir wie durch ein Wunder nicht nur eines, sondern gleich zwei Feuerwerke bestaunen konnten, die den nächtlichen Himmel hell erleuchteten.
Dienstag: Action, Spaß und Sonne
Der Dienstag stand unter einem ganz besonderen Stern, denn unser Motto für den Tag lautete: "Volle Fahrt voraus!" Das Ziel war kein Geringeres als der spektakuläre Wasserpark auf der Insel Hon Thom. Doch bevor wir uns in das Vergnügen stürzen durften, rief die Pflicht – oder besser gesagt, das Marathon-Training. Wir starteten den Morgen mit einer intensiven Sprinteinheit, um die Beine wachzurütteln, gefolgt von unserem mittlerweile rituellen Süßkartoffel-Frühstück. Mit brennenden Waden, aber voller Vorfreude machten wir uns dann auf den Weg zur Seilbahnstation.
Die Überfahrt nach Hon Thom ist ein Erlebnis für sich, denn man besteigt hier die längste Non-Stop-Dreiseilbahn der Welt. Krass oder!!! Über fast acht Kilometer schwebt man in luftiger Höhe über das tiefblaue Meer, während unter einem die bunten Fischerboote wie Spielzeugautos im Wasser sind und die grünen Inseln des An Thoi Archipels vorbeiziehen. Nach etwa 15 Minuten Fahrt erreichten wir die Insel, die sich uns wie ein tropisches Disneyland präsentierte. Hon Thom, auch bekannt als "Pineapple Island", wurde in den letzten Jahren in ein riesiges Freizeitparadies verwandelt, das mit dem "Sun World Nature Park" eine Mischung aus botanischen Gärten, Privatstränden und eben dem gigantischen Wasserpark bietet.
Kaum angekommen, fühlten wir uns wie kleine Kinder. Wir starteten direkt mit einer Fahrt in einer riesigen Krabbe und drehten ein paar Runden im Karussell, bevor uns der Aquapark anzog. Die Auswahl an Rutschen ist dort gefühlt endlos, doch leider stießen wir schnell auf die bürokratischen Hürden des Inselparadieses. Schon bei der ersten Rutsche gab es Probleme: Wegen meiner Ohrringe wurde mir der Zutritt verwehrt. Da ich zwei meiner Piercings beim besten Willen nicht vor Ort herausnehmen kann, hieß es für mich enttäuscht umdrehen. Doch es kam noch dicker: Bei der nächsten Rutsche – der spektakulären Variante, bei der einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird – scheiterte es an Kosis Badehose. Eine winzige Metallöse war den Aufsehern ein Dorn im Auge und so blieb uns auch dieser Adrenalinkick verwehrt.
Manchmal braucht es eben eine glückliche Fügung, und die kam in Gestalt eines sympathischen kanadischen Ehepaars. Da ein paar der größten Reifen-Rutschen nur zu viert befahren werden dürfen, quatschten wir die beiden kurzerhand an und überredeten sie, sich mit uns ins Abenteuer zu stürzen. Was soll ich sagen? Es waren die besten Rutschen, die ich jemals in meinem Leben ausprobiert habe! Der Park ist ein wahres Paradies für Wasserratten und wenn man über die extrem strengen Regeln und die manchmal etwas unflexiblen MitarbeiterInnen hinwegsieht, ist es der perfekte Ort, um den Alltag komplett zu vergessen.
Gegen 14 Uhr trieb uns die gnadenlose Mittagssonne schließlich in die Knie, denn die Hitze war mittlerweile so brennend heiß, dass selbst das kühle Nass der Rutschen nicht mehr half. Wir suchten Unterschlupf in einem kleinen Café und gönnten uns zwei eiskalte Iced Americanos, um die Lebensgeister wieder zu wecken, bevor wir den Rückzug antraten. Eigentlich hatten wir geplant, direkt auf der Insel etwas zu essen, aber ein kurzer Blick auf die Speisekarten ließ uns schnell wieder umkehren, denn die Preise waren ehrlich gesagt gesalzen und standen in keinem Verhältnis zu unserem Budget. Also fuhren wir mit der Gondel zurück zum Festland, was uns noch einmal diesen atemberaubenden Panoramablick bescherte.
Das Beste an unserem Ausflugsticket war jedoch, dass nicht nur der Wasserpark, sondern auch der Besuch der berühmten Kiss Bridge inklusive war. Diese architektonische Besonderheit bewundern wir eigentlich jeden Abend aus der Ferne von unserem Hotel aus und so dachten wir uns, dass es die perfekte Gelegenheit sei, das Bauwerk endlich einmal aus der Nähe zu betrachten. Die Kiss Bridge, oder "Cau Hon", ist ein echtes Wahrzeichen von Phu Quoc und besteht aus zwei getrennten Brückenhälften, die sich in der Mitte bis auf einen winzigen Spalt von nur 30 Zentimetern annähern – gerade nah genug, um sich über den Abgrund hinweg zu küssen, ohne dass sich die Brücken tatsächlich berühren.
Wir hatten wahnsinniges Glück, denn als wir oben ankamen, war es fast menschenleer… außer uns verloren sich nur drei weitere Touristen auf den weiten geschwungenen Wegen. Als absolutes Highlight übte direkt vor unseren Augen ein Jet-Ski-Fahrer für die große Abendshow. Wir hatten also eine Privatvorstellung und konnten zusehen, wie er mit seinem Gefährt spektakuläre Manöver und Sprünge im Wasser vorführte, was die ganze Szenerie noch magischer machte.
Dann durfte eines nicht fehlen: Das Kiss Bridge Foto. Da wir aber niemanden hatten, der ein gemeinsames Foto von uns schießen konnte, wurden wir kreativ: Kosi fotografierte mich auf der linken Seite, ich ihn auf der rechten, und später fügten wir die Aufnahmen mit ein bisschen Photoshop-Magie zusammen. Ich muss ehrlich sagen, wenn man es nicht weiß, sieht man es überhaupt nicht – es ist das perfekte Erinnerungsstück an diesen besonderen Moment.
Nach diesem kulturellen Abstecher führte uns der Weg direkt in den Supermarkt, um die Vorräte für unser Abendessen aufzustocken. Zurück in der Unterkunft war erst einmal großes Kochen angesagt, bevor wir uns den restlichen Tag dem Nichtstun widmeten, um die müden Knochen zu regenerieren. Eigentlich wollten wir an diesem Abend sogar etwas früher ins Bett gehen, da wir überall gelesen hatten, dass am Dienstag ausnahmsweise kein Feuerwerk stattfinden sollte. Doch weit gefehlt: Pünktlich um 19:45 Uhr knallten die ersten Raketen am Himmel und um 21:30 Uhr folgte natürlich die zweite Runde. Es scheint also so, als gäbe es hier wirklich jeden Tag die volle Show, egal was in den Reiseführern steht – ein funkelnder Abschluss für einen ohnehin schon ereignisreichen Tag.
Mittwoch:
Der Mittwoch startete extrem entspannt – oder zumindest war das der Plan. Nach dem heftigen Programm vom Vortag wollten wir eigentlich nur die Füße hochlegen, ein bisschen im Hotel chillen und ganz in Ruhe unsere neue Podcast-Folge aufnehmen. Aber wie das Leben so spielt, kam uns die Reiseplanung dazwischen. Vor zwei Tagen hatten wir nämlich schon mal nach Rückflugtickets geschaut und die Preise waren echt voll okay. Als wir dann heute Morgen völlig motiviert den Laptop aufklappten, traf uns fast der Schlag: Die Preise waren einfach mal um über 400 € nach oben geschossen! Also war erst einmal Krisenmanagement angesagt. Wir haben uns den ganzen Vormittag durch sämtliche Flugsuchmaschinen gewühlt, recherchiert und verglichen, um doch noch irgendwie ein halbwegs bezahlbares Ticket zu ergattern. Ehe wir uns versahen, war es auch schon kurz nach Mittag und wir hatten viereckige Augen vom Starren auf den Bildschirm.
Um nicht völlig zu versumpfen, beschlossen wir, kurz vor die Tür zu gehen, um uns die Beine zu vertreten und eine ordentliche Dosis Koffein zu sichern. Aber ohne Witz, Leute, die Hitze draußen war absolut gottlos. Wir waren keine fünf Minuten unterwegs und ich war schon wieder so unfassbar durchgeschwitzt, dass man denken hätte können, ich wäre gerade frisch aus der Dusche. Es war so drückend, dass wir fast im Laufschritt in den nächsten Starbucks geflüchtet sind. Dort gab es dann bei einer kräftigen Ladung Klimaanlage erst mal einen eiskalten Kaffee und wir haben direkt das Konzept für unseren Podcast fertig bequatscht. Wieder zurück im Zimmer haben wir uns dann gemütlich eingerichtet und die Folge für morgen aufgenommen – natürlich nicht ohne unsere treuen Begleiter: Süßkartoffeln und eine schnelle Instant-Nudelsuppe.
Eigentlich hatten wir uns für den Abend noch ein richtiges Highlight aufgehoben. Wir waren extra bei dieser süßen französischen Bäckerei, die wirklich mega gutes, krustiges Brot hat und haben uns einen Laib für am Abend mitgenommen. Voller Vorfreude wollten wir zuschlagen, hatten aber die Rechnung ohne unsere winzigen Mitbewohner gemacht. Wir hatten das Brot nämlich einfach in der Küche liegen lassen und dabei völlig unterschätzt, wie krass die Ameisen hier am Start sind. Als wir das Brot essen wollten, wimmelte es darin nur so von Ameisen. Wir haben echt alles versucht, um die kleinen Viecher da irgendwie rauszubekommen, aber keine Chance – das Brot war leider verloren. Ich sag’s euch, mein Herz ist ein bisschen gebrochen, weil ich mich so auf dieses Brot gefreut hatte.
Der Rest vom Mittwoch war dann eigentlich ziemlich unspektakulär: viel Buchen, viel Organisatoon, viel Planen. Am Abend sind wir dann doch noch mal kurz raus, um uns das obligatorische Feuerwerk anzusehen und ein bisschen durch die Straßen zu treiben. Wir haben wirklich versucht, noch ein schönes, traditionelles Restaurant zu finden, aber Real Talk: In dieser Gegend hast du keine Chance. Alles hier ist so extrem auf Tourismus getrimmt, dass man kaum ein authentisches, vietnamesisches Plätzchen findet, wo man wirklich wie bei Locals essen kann. Das ist echt ein bisschen schade, aber dafür hatten wir am Himmel wieder die volle Lichtshow.
Donnerstag:
Der Donnerstag startete bei uns direkt mit einer sportlichen Challenge: Auf dem Plan stand ein Long Run. Eigentlich wollten wir die Kilometer draußen an der frischen Luft sammeln, aber ich sage euch, die Hitze war schon am frühen Morgen so brutal, dass wir den Plan kurzerhand geändert haben. Wir sind stattdessen in unser Fitnessstudio runtergegangen und haben die 17 Kilometer auf dem Laufband durchgezogen. Das war zwar ein ordentliches Stück Arbeit, aber das Gefühl danach ist einfach unschlagbar! Zur Belohnung gab es das gewohnte Power-Frühstück aus Süßkartoffeln, Joghurt und Eiern, um die Speicher wieder aufzufüllen.
Danach stand Strandzeit auf dem Programm. Diesmal wollten wir es wissen und haben den kostenlosen Shuttlebus anvisiert. Wir haben extra getimt, dass wir pünktlich um 11:00 Uhr an der Haltestelle stehen – und tatsächlich, kurz vor elf bog ein riesiger Doppeldeckerbus um die Ecke. Wir hatten oben fast den ganzen Bus für uns allein, waren nur zu viert und sind in Windeseile direkt am Strand gelandet. Den Rest des Mittags haben wir einfach nur im Sand gefaulenzt, gelesen und die Seele baumeln lassen. Falls ihr gerade auch ein bisschen Meeresrauschen-Vibes braucht oder selbst entspannt am Strand liegt, hört doch mal in unsere neue Podcast-Folge rein! Den Link packe ich euch direkt hierhin:
Unsere neue Podcast-Folge auf Spotify
Nachdem wir genug Sonne getankt hatten, machten wir uns schließlich auf den Rückweg. „Gemütlich zurückspaziert“ trifft es bei dieser mörderischen Hitze allerdings nicht ganz – es war eher ein Von-Schatten-zu-Schatten-Hüpfen. Trotzdem tat es gut, die Beine nach dem langen Lauf am Morgen noch einmal locker zu bewegen und den Kopf freizubekommen.
Wir konnten es natürlich nicht lassen und haben auf dem Weg noch einmal einen kurzen Stopp bei unserer liebsten französischen Bäckerei eingelegt. Diesmal waren wir allerdings schlauer: Wir haben uns ein frisches Gebäck gegönnt, das wir quasi sofort verputzt haben, damit die Ameisen-Gang in unserer Küche gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen konnte. Mit dem Duft von frischem Brot in der Nase sind wir dann zurück in unsere eiskalte Unterkunft geflüchtet. Es gibt momentan kaum ein besseres Gefühl, als aus dieser stehenden Hitze in ein perfekt klimatisiertes Zimmer zu kommen. Den restlichen Tag haben wir dann absolut gar nichts mehr Produktives gemacht – einfach nur die Füße hochgelagert, die Kühle genossen und den Tag ganz entspannt ausklingen lassen.
Freitag:
Der Freitag stand ganz im Zeichen der Entdeckung – zumindest war das der Plan. Eigentlich wollten wir uns für unsere Inseltour ein Auto mieten, um der Hitze ein bisschen zu entkommen, aber bei der Vermietung gab es erst mal eine kleine Ernüchterung: Kein einziges Auto war aufgeladen und somit fahrbereit. Also hieß es für uns: Umplanen und rauf auf das Moped! Kosi war mäßig begeistert, vor allem weil alle anderen schlichte schwarze oder weiße Roller bekamen und ausgerechnet wir mit einem knallroten Gefährt bedacht wurden. Aber für gerade einmal 5,60 € am Tag wollten wir uns nicht beschweren.
Bevor wir losdüsen konnten, warf ich zum Glück noch einen Blick auf die Tankanzeige, die uns schon blinkend entgegenblinkte. Als ich den Vermieter darauf ansprach, kam er ganz entspannt mit einem stinknormalen Wasserkrug um die Ecke, in dem sich etwa ein Liter Sprit befand und kippte das Ganze kurzerhand in den Tank. Dazu gab es zwei Helme, die den Namen eigentlich nicht verdient hatten – sie fühlten sich eher an wie instabile Fahrradhelme, aber gut, sicherheitstechnisch ist das hier eben eine andere Welt. Und schon ging die wilde Fahrt los!
Ursprünglich wollten wir bis ganz in den hohen Norden der Insel düsen, merkten aber schnell, dass das mit dem Moped doch eine ganz andere Hausnummer ist als mit dem Auto. Also gab es eine spontane Planänderung und wir steuerten direkt das Zentrum von Phu Quoc City an. Nach etwa 50 Minuten Fahrt erreichten wir die Stadt, wobei die Strecke uns ein bisschen nachdenklich stimmte. Überall wird gebaut, renoviert und hochgezogen. Es fühlt sich fast so an, als würde die ganze Insel zu einem riesigen Projekt mutieren, bei dem die Natur und das echte, unverfälschte Leben leider immer mehr auf der Strecke bleiben. Alles sieht irgendwie neu und bisschen künstlich aus – das authentische Vietnam muss man hier mittlerweile wirklich suchen. Wusstet ihr eigentlich, dass Phu Quoc City offiziell die erste Inselstadt Vietnams ist? Sie umfasst den gesamten Archipel, was die riesigen Bauvorhaben vielleicht erklärt.
Wir parkten unser rotes Gefährt und ließen uns ein bisschen durch die Straßen treiben. Dabei hatten wir Glück und entdeckten ein paar süße, einheimische Cafés, in denen wir uns erst mal einen legendären Egg Coffee und einen Cold Brew gönnten. Wir schlenderten durch kleine Läden, stöberten in Geschäften und holten uns zur Erfrischung frische Mangosäfte – bei den Temperaturen einfach ein Muss! Gegen 14 Uhr meldete sich der Hunger, was sich als echte Herausforderung herausstellte. Fast alle vegetarischen Restaurants, die wir uns vorher mühsam rausgesucht hatten, hatten Mittagspause bis 17 Uhr.
Nach einigem Suchen fanden wir dann doch noch ein kleines, unscheinbares Restaurant, das uns rettete. Wir bestellten eine Mischung aus Gemüse, Auberginen, Kartoffeln, Reis und Tofu, dazu zwei Wasser für insgesamt 14 €. Das Essen war wirklich fantastisch und jeden Cent wert! Danach kurvten wir noch ein bisschen über die Insel und entdeckten dabei ein paar traumhafte Strände. Da müssen wir Phu Quoc echt loben: Die Strände hier sind der absolute Wahnsinn! Wer wirklich Ruhe, Entspannung und kristallklares Wasser sucht, ist hier genau richtig.
Am Abend brachten wir unser rotes Moped heil zurück und wollten eigentlich noch eine entspannte Runde spazieren gehen. Aber holla, in der Stadt war plötzlich die Hölle los! So viele Menschen haben wir seit unserer Ankunft noch an keinem Abend gesehen. Die Straßen waren voller Energie – ein krasser Kontrast zu unseren ruhigen Momenten am Strand, aber ein perfekter, lebendiger Abschluss für unseren Entdeckungstag.
Samstag:
Der Samstag startete für uns sportlich und intensiv mit einem Hyrox-Workout, um die Muskeln mal wieder richtig zum Brennen zu bringen. Zur Belohnung gab es danach ein gemütliches Frühstück im Bett – allerdings mit einer Premiere: Wir hatten tatsächlich keine Süßkartoffeln mehr im Haus! Also mussten wir improvisieren und aßen uns stattdessen durch Eier, Joghurt und ein richtig leckeres Feigenbrot. Den Vormittag nutzte ich dann für ein ausführliches Telefonat mit Nina 2. Aus dem geplanten „kurz mal hören“ wurde ein fast zweistündiger Deep Talk, was einfach mal wieder richtig guttat.
Anschließend versuchten wir, ein bisschen Zeit an der frischen Luft zu verbringen, aber die Hitze draußen war wieder einmal absolut gnadenlos. Wir schafften es gerade so zum Supermarkt, um uns mit den wichtigsten Lebensmitteln für die nächsten Tage einzudecken und schlenderten noch ganz kurz durch die angrenzenden Gassen, bevor uns die Sonne buchstäblich zurück in den Schatten trieb. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der kühlen Unterkunft. Während ich noch mit Verena telefonierte und wir alles Mögliche bequatschten, war Kosi in unserer Mini-Küche schon fleißig n und bereitete unser Essen vor.
Nach dem Essen gab es noch eine kleine Premiere: Kosi durfte (oder musste?) an meiner Pilatesstunde teilnehmen. Ich habe ihn 40 Minuten lang durch das Workout gequält und ich muss sagen, er hat sich echt nicht schlecht geschlagen – er war richtig brav und hat tapfer durchgehalten! Zur Belohnung gab es zum Tagesabschluss doch wieder unsere geliebten Süßkartoffeln, die wir beim Einkauf zum Glück wieder ergattert hatten und wir ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.
Sonntag:
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen von „Beach Day“! Wir sind wieder an den Strand gefahren, aber ich sage euch ganz ehrlich: Diese Hitze macht einen mittlerweile so richtig fertig. Es ist so extrem, dass man es kaum lange draußen aushält; man fühlt sich sofort k.o. und träge. Manchmal hat man beim Gehen fast das Gefühl, dass einem das Atmen schwerfällt. Zum Glück merkt man davon im Wasser kaum etwas.
Wir haben den Vormittag damit verbracht, ausgiebig im Meer zu planschen und uns von den Wellen treiben zu lassen. Jetzt gerade liegen wir im weichen Sand, genießen die Meeresbrise und ich tippe diese Zeilen für euch, während die Sonne auf uns runter brennt. Es war wirklich eine absolut gelungene Woche 🤍
Gedanken:
Es ist wirklich verrückt, wie schnell die Zeit verfliegt. Man kann es kaum glauben, aber bald sind wir schon wieder auf dem Weg nach Hause. Irgendwie fühlt sich das Ende der Reise noch so fern an, aber gleichzeitig schleicht sich langsam dieser Organisations-Stress ein. Wir müssen uns um eine Wohnung kümmern, tausend Dinge für daheim erledigen und alles planen. Zwei Flüge stehen uns noch bevor, aber das allerletzte Datum steht jetzt fest: Am 19. Juli endet unsere große Reise. Einerseits freuen wir uns riesig darauf, unsere Familie und Freunde wiederzusehen und in unsere alten Gewohnheiten einzutauchen, andererseits ist es ein ganz eigenartiges Gefühl zu wissen, dass dieses Kapitel bald schließt.
Viele haben uns schon gesagt, dass die Umstellung zurück in den deutschen Alltag total krass wird, aber ehrlich gesagt glaube ich das gar nicht mal. Wir haben hier ja nie richtig „Urlaub“ im klassischen Sinne gemacht, wo man bis mittags schläft und nur rumhängt. Wir haben unseren Alltag eigentlich eins zu eins durchgezogen: Wir stehen jeden Morgen um 6:00 Uhr auf, trainieren, kochen gemeinsam und machen unsere Abendspaziergänge. Unsere Routinen und Prioritäten – egal ob Bewegung oder gesunde Ernährung – nehmen wir einfach überallhin mit.
Trotzdem gibt es Kleinigkeiten, an die ich mich erst wieder gewöhnen muss. Ich glaube, das Schwierigste wird sein, bei einer roten Ampel wieder geduldig stehen zu bleiben – das bin ich nach der Zeit hier absolut nicht mehr gewohnt! Und was mir definitiv fehlen wird, ist diese unglaubliche Herzlichkeit der Menschen hier in Asien. Jeder ist offen, jeder schenkt dir ein Lächeln und man kommt ständig mit wildfremden Leuten ins Gespräch. Ich befürchte fast, dass dieser Vibe zu Hause im grauen Alltag erst mal wieder ein bisschen verloren geht.
Bussi Baba,
Kosanni
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