Tag 362: letzter Tag in Marokko

Veröffentlicht am 28. November 2025 um 18:30

Der heutige Tag begann für mich bereits um 6 Uhr (ohne Wecker), wurde ich langsam wach. Eine Stunde später, um 7 Uhr, weckte ich dann auch Kosi, denn ich war schon bereit für unsere morgendliche Laufrunde. Dieses Mal entschieden wir uns jedoch für eine gemütliche, kleine Strecke, ohne Druck, ohne Tempo – einfach entspannt in den Tag starten. Doch gemütlich hin oder her: Es war SO kalt! Wir waren wirklich froh über unsere Stirnbänder, die uns zumindest ein bisschen Wärme spendeten. Es hätte sogar Handschuhe vertragen.

Nach dem Lauf kamen wir wieder in unserer Unterkunft an, durchfroren und mit kalten Fingern. Die Laufsachen flogen sofort in die Waschmaschine, denn wenn wir schon eine haben, muss man das schließlich ausnutzen. Während die Maschine leise vor sich hin ratterte, bereiteten wir in aller Ruhe unser Frühstück vor. Es gab Eier, Brot und Joghurt, ganz simpel, aber unglaublich gut nach der kühlen Laufrunde.

Bis die Waschmaschine fertig war, machten wir es uns noch kurz auf der Couch gemütlich, bevor wir uns schließlich auf den Weg machten. Unser Spaziergang führte uns erneut am Theaterhaus vorbei, weiter durch den Park und schließlich bis hin zum großen Markt. Heute war dort deutlich mehr los – klar, es war Freitag, und das merkte man sofort: lange Schlangen, viele Händler, unzählige Affen, ein Stimmengewirr und ein buntes Durcheinander.

Wir schlenderten durch die engen Marktgassen, eigentlich ohne etwas Bestimmtes zu suchen, und fanden daher auch nichts, das annähernd kaufenswert gewesen wäre. Immer wieder mussten wir den vorbeibrausenden Mopedsausweichen, die völlig unbeeindruckt zwischen den Menschenmassen hindurchfuhren – manchmal so knapp, dass man fast den Atem anhielt. Es ist wirklich schräg, wie selbstverständlich sie durch diese engen Gassen rasen.

 

Durch Zufall gelangten wir schließlich wieder auf den Weg, den wir bereits gestern gegangen waren. Wir erkannten ihn nur, weil Kosi dort seine Sturm-Graz-Sticker geklebt hatte – und die leuchteten uns nun von den Wänden entgegen. Tja, manchmal hat das Stickerkleben eben doch seine Vorteile.

 

Wir holten uns in einem kleinen Café einen Espresso für Kosi und einen Matcha Latte für mich und spazierten dann weiter. Wir entdeckten heute viele Wege, die wir bisher noch nicht gesehen hatten, und ließen uns einfach treiben. Irgendwann meldete sich der Hunger, also suchten wir uns ein Restaurant im oberen Stock, von wo aus man einen tollen Blick auf den Markt hatte.

Während wir dort saßen, beobachteten wir eine etwas merkwürdige Szene: Ein Kellner schickte ein Pärchen weg, das zu zweit nur ein Gericht bestellen wollte. Für den Ausblick müsse jeder etwas essen, erklärte er ihnen – die beiden verließen genervt das Lokal. Kurz darauf setzte sich ein einzelner Mann an den Tisch, bestellte ein Gericht und ein Getränk und durfte sofort bleiben. Manchmal versteht man die Logik der Menschen einfach nicht – zwei Getränke und ein Essen würden doch mehr Umsatz bringen als das, was dieser einzelne Gast bestellte.

Unser eigenes Essen war okay, nichts Besonderes. Eigentlich war es mehr ein Fast-Food-Laden, doch am Ende standen 30 € auf der Rechnung – für Gemüse, Cola und Samosa. Ein bisschen viel für das Gebotene, aber gut, wir waren ja mitten am Markt.

Nach dem Essen spazierten wir noch ein Stück weiter, ganz gemütlich, und genossen unseren letzten Tag in Marrakesch. Gegen 15 Uhr und nach unzähligen Schritten kehrten wir schließlich in unsere Unterkunft zurück. Dort hieß es: kurz verschnaufen, dann alles zusammenpacken und den Check-in für unseren morgigen Flug erledigen.

Denn ja – morgen geht es schon wieder weiter.
Marrakech war richtig schön.

 

Bussi Baba,

Kosanni

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