Unsere zweite Woche in Sri Lanka – Montag voller Strand, Regen & Kottu
Kosi hat euch ja bereits mitgenommen und von unserer ersten Woche in Sri Lanka erzählt. Jetzt darf ich übernehmen und euch von unserer zweiten Woche berichten – und die hatte es gleich zu Beginn in sich.
Der Montag startete als klassischer Relaxtag. Wir wachten gemütlich auf, ohne Wecker und ohne Stress. Wobei ich ehrlich sagen muss: Die Zeitumstellung ist mir selten so schwergefallen wie diesmal. Vor Mitternacht werde ich einfach nicht müde, dafür könnte ich morgens locker bis acht Uhr schlafen. Sehr zum Leidwesen von Kosi – und seiner Laufmotivation. Denn bereits um sieben Uhr ist es hier eigentlich schon zu spät zum Laufen. Dann ist es einfach unfassbar heiß.
Dazu kam, dass wir den gesamten Montag und Dienstag kein WLAN hatten. Also entschieden wir uns kurzerhand, den Montagmorgen ganz entspannt am Strand zu verbringen. Die Sonne, das Meer, keine Verpflichtungen – was will man mehr?
Am Strand baute Kosi wieder voller Hingabe seine Sandburgen, während ich leider nur zuschauen konnte. Meine Wolle war leer, also fiel das Häkeln diesmal aus. Trotzdem war es schön, einfach dazusitzen und den Moment zu genießen. Kurz darauf ging ich selbst ins Wasser – und es war einfach nur mega lustig. Die Wellen waren riesig und wir versuchten, mit ihnen mitzuschwimmen. Völlig unmöglich, aber dafür umso lustiger. Wir haben viel gelacht und uns ordentlich durchschütteln lassen.
Irgendwann suchten wir uns ein Café, denn meine beste Freundin Tina hatte Geburtstag – und ohne WLAN konnte ich ihr natürlich nicht gratulieren. Also ging es kurz nach Mittag in ein kleines Café, wo wir eine Weile saßen, schrieben und die Zeit genossen. Und dann passierte etwas Besonderes: Plötzlich kam ein Regenschauer – der erste Regen, den wir in Sri Lanka erlebt haben.
Diesen Moment nutzte ich sofort und meinte zu Kosi, dass meine Nägel dringend eine Auffrischung gebrauchen könnten. Wenn schon Regen, dann richtig ausnutzen. Also machten wir uns auf die Suche nach einem kleinen Nagelstudio. Zwei unglaublich liebe Damen nahmen sich meiner Nägel an und eine Stunde später hatte ich wieder schöne, frische Nägel. In der Zwischenzeit hatte der Regen auch aufgehört – perfektes Timing.
Danach wurde es wieder richtig heiß. Wir machten uns auf die Suche nach etwas zu essen. Und wie eigentlich jeden Tag gab es für Kosi: Kottu. Ich frage mich wirklich, ob jemals der Moment kommt, an dem wir davon genug haben – ich hoffe nicht, denn es ist einfach die beste Mahlzeit überhaupt!
Ich wollte allerdings noch etwas Neues ausprobieren und bestellte ein einheimisches Curry. Was ich nicht wusste und keiner im Vorfeld erklärte: Für dieses Curry musste man eine ganze Stunde warten. Entsprechend genervt war ich dann auch, denn mein Hunger war mittlerweile riesig. Zum Glück war Kosi so lieb und teilte sein Kottu mit mir – Lebensretter-Moment.
Nach dem Essen spazierten wir gemütlich etwa 40 Minuten zurück zur Unterkunft. Unterwegs kauften wir noch eine Ananas – hier bekommt man sie für etwa 1 Euro, frisch vor Ort aufgeschnitten, sodass man sie direkt essen kann. Generell schmeckt das Obst hier einfach ganz anders als zu Hause: frischer, intensiver, besser.
Wir holten noch ein bisschen Proviant für unsere Busfahrt am Dienstag und gingen zurück in unsere Unterkunft. Da es kurz vor 17 Uhr war, fühlten wir uns noch motiviert und zogen unsere Laufsachen an. Kosi lief natürlich schneller voraus, während ich mich langsam wieder herantastete. Meine OP-Wunde ist noch nicht ganz verheilt, da möchte ich nichts überstürzen.
Nach etwa zwei Kilometern dann der nächste Sri-Lanka-Schock: ein erneuter Regenschauer – und zwar richtig heftig. Ich suchte mir Unterschlupf und wartete. Als der Regen kurz schwächer wurde, beschloss ich, nach Hause zu laufen. Das war eindeutig ein Zeichen. 😜
Doch nach einem weiteren Kilometer kam wieder ein extrem starker Regen. Also wieder Unterschlupf suchen, wieder warten. Erst 20 Minuten später konnte ich klatschnass zur Unterkunft zurücklaufen.
Dort zog ich die nassen Sachen aus und wartete auf Kosi. 40 Minuten später kam auch er komplett durchnässt zurück. Unterwegs hatte ihn sogar ein Einheimischer ins Haus gebeten, damit er dort warten konnte, bis der Regen vorbei war. So viel Herzlichkeit erlebt man nicht überall.
Und damit war unser Montag auch schon vorbei – ein Tag voller Strand, Regen, Lachen, Kottu und kleiner Abenteuer. 🌴☔
Dienstag – Die lange Reise nach Ella und ein magischer Anblick am Ende
Am Dienstag ging es für uns weiter nach Ella. Und ich muss gleich zu Beginn ehrlich sein: Ich bin bei diesem Ort ein kleines bisschen vorgeschädigt. Bereits 2018 bin ich das erste Mal mit den öffentlichen Bussen nach Ella gefahren – und diese Fahrt dauerte über acht Stunden. Danach waren meine Nerven komplett am Ende. Es war eine echte Prozedur, ich sage es euch. Seitdem hatte ich die Busfahrt nach Ella nicht gerade in rosiger Erinnerung.
Entsprechend skeptisch war ich auch diesmal. Doch Kosi wollte unbedingt „the full experience“ – alles erleben, so wie es wirklich ist. Und dazu gehört in Sri Lanka nun mal auch das Busfahren. Außerdem muss ich als selbsternannte Kostenbeauftragte zugeben: Busfahren ist einfach unschlagbar günstig. Also führte kein Weg daran vorbei.
Deshalb klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr morgens. Wir packten zwei kleine Taschen für unseren Aufenthalt in Ella und ließen das große Gepäck sicher in unserer Unterkunft zurück. Um 6:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle.
Dort hieß es erstmal warten. Nach elf Minuten kam der erste Bus – allerdings war dieser so extrem voll, dass die Menschen schon regelrecht aus dem Bus herausragten. Der Busfahrer blieb gar nicht erst stehen, sondern fuhr einfach an uns vorbei. Ehrlich gesagt war ich darüber fast erleichtert.
Kurz darauf kam der zweite Bus und dieser war überraschend fast leer. Mit ihm ging es zunächst etwa 50 Minuten nach Galle. Dort mussten wir umsteigen und den nächsten Bus Richtung Matara nehmen. Ab diesem Moment ließen wir sogar einen Timer mitlaufen, um am Ende wirklich zu wissen, wie lange wir tatsächlich unterwegs sein würden.
Meine Hoffnung war, dass es diesmal nicht ganz so lange dauern würde wie 2018. Damals war ich am Wochenende unterwegs gewesen – vielleicht war einfach mehr los gewesen. Außerdem waren wir 2022 schon einmal in Ella, damals allerdings mit dem Zug. Diese Zugfahrt war zwar auch über sechs Stunden lang, aber die Aussicht war einfach unvergesslich. Leider ist diese Strecke aktuell nicht befahrbar. Die großen Stürme haben die Schienen stark beschädigt, vieles liegt regelrecht im Abgrund. Wir haben mit Einheimischen gesprochen, und sie glauben, dass ein Wiederaufbau mindestens fünf Jahre dauern wird. Wirklich traurig, denn diese Zugstrecke war etwas ganz Besonderes.
Ein weiteres Mal war ich mit meinen Eltern in Ella – damals fuhren wir mit dem Taxi. Wir schauten uns auch diesmal die aktuellen Taxi-Preise an: Rund 80 Euro hätte eine Fahrt gekostet, dafür wäre man „nur“ drei bis vier Stunden unterwegs gewesen. Aber naja… das war diesmal einfach nicht unser Weg.
Also saßen wir nun im Bus nach Matara. Eigentlich wollten wir von dort mit einem normalen öffentlichen Bus weiterfahren. Doch plötzlich fanden wir uns in einem kleineren Bus wieder, der zwar 1 Euro statt 90 Cent pro Person kostete, dafür aber eine Klimaanlage hatte, angenehm kühl war – und vor allem: keine laute Musik. Fast schon ein Luxusbus, würde ich sagen. 😜
Wir waren gespannt, wie lange wir mit diesem Bus bis nach Matara brauchen würden. Und dann passierte etwas Unerwartetes: Plötzlich bogen wir auf den Highway ab. Kosi und ich sahen uns völlig verblüfft an. Wenn man für 10 Cent mehr pro Person den Highway Express bekommt, dann nehmen wir das natürlich sehr gerne. 😁
Was wir allerdings nicht wussten: Für diesen Highway-Bus hätte man eigentlich Plätze reservieren müssen. Hatten wir natürlich nicht. Deshalb bekamen wir zwei Klappsitze im Gang. Nicht unbedingt bequem, aber definitiv besser als gar kein Platz.
Und dann ging alles erstaunlich schnell. 40 Minuten später waren wir tatsächlich schon in Matara. So schnell kann es also gehen, wenn man auf dem Highway unterwegs ist.
In Matara angekommen, suchten wir den 31er-Bus Richtung Ella. Vor der Haltestelle hieß es wieder warten. Verschiedene Einheimische gaben uns unterschiedliche Informationen: Manche sagten, der Bus fahre um 9:30 Uhr, andere meinten 9:15 Uhr, wieder andere waren überzeugt, es sei erst um 10 Uhr. Also machten wir das, was man in solchen Situationen in Sri Lanka am besten macht: Wir warteten – und holten uns in der Zwischenzeit frisches Gepäck. Sechs Gepäckstücke für 1,20 Euro – unschlagbar.
Und tatsächlich: Um 9:15 Uhr kam der Bus. Wir stiegen ein und bekamen direkt einen Zweierplatz. Welch ein Glück! Nach all dem Hin und Her fühlte sich das fast wie ein kleiner Sieg an.
Am Ende kamen wir insgesamt neun Stunden später endlich in Ella an. Ja, richtig gelesen: Neun Stunden Reisezeit. Aber dafür haben wir ingesamt 7,20€ ausgegeben. Also eindeutig besser als Taxifahren. Und Zeit hatten wir ja genug,
Zur Belohnung gab es erstmal einen frischen Ananassaft und natürlich – wie sollte es anders sein – Kottu.
Unsere ersten Eindrücke von Ella waren… überraschend. Das letzte Mal war es zwar schon etwas touristisch, aber das hier war kein Vergleich. Das ursprüngliche Ella, das wir kannten und liebten, war in der Innenstadt kaum noch zu finden. Überall hippe Cafés, luxuriöse Restaurants, unglaublich viele Menschen – alles wirkte ganz anders.
Nach dem Essen ging es für uns direkt weiter. 35 Minuten zu Fuß zu unserer Unterkunft. Die letzten Male waren wir immer direkt in Ella untergebracht gewesen, doch diesmal hatten wir ein Airbnb mitten in der Natur gebucht – mit Blick auf die Nine Arch Bridge.
Und was soll ich sagen: Die Unterkunft war einfach magisch. Kaum angekommen, setzten wir uns in die Hängematten, blickten in die grüne Landschaft und ließen den langen Reisetag langsam hinter uns. In diesem Moment wussten wir: Die neun Stunden Busfahrt hatten sich am Ende doch gelohnt. 🌿✨
Mittwoch – Little Adam’s Peak, Kraftorte und echtes Sri-Lanka-Frühstück
Jeder, der schon einmal in Ella war, weiß: Little Adam’s Peak bei Sonnenaufgang ist eigentlich ein Muss. Doch da wir dieses Erlebnis zum Glück schon früher hatten, beschlossen wir diesmal ganz bewusst, es ruhiger anzugehen. Kein Wecker mitten in der Nacht, kein Gedränge – stattdessen ausschlafen und entspannt losziehen.
So machten wir uns gegen 7 Uhr morgens zu Fuß direkt von unserer Unterkunft auf den Weg. Zuerst ging es Richtung Eingang von Little Adam’s Peak. Schon dort fiel uns auf, wie sehr sich alles verändert hatte. Es war deutlich touristischergeworden: eine Zipline, eine riesige Hängeschaukel wie man sie aus Bali kennt, extra angelegte Aussichtspfade – einfach viel zu viel Inszenierung für unseren Geschmack.
Wir beschlossen deshalb, den gewohnten Weg zu nehmen und unbeachtet loszugehen. Während uns unzählige Touristen mit Guides entgegenkamen, fragten wir uns ehrlich, wofür man hier überhaupt einen Guide braucht. Verlaufen kann man sich wirklich nicht.
Auffällig war auch: Uns begegneten fast ausschließlich russische Touristen. Teilweise war sogar alles auf Russisch angeschrieben – ein Bild, das man so nicht überall erwartet.
Der Großteil der Guides und Touristengruppen steuert am Gipfel automatisch nach rechts. Wir wussten allerdings, dass es dort entsprechend voll sein würde. Also gingen wir zwei Gipfel weiter nach links – und was soll ich sagen: Es war einfach traumhaft.
Plötzlich waren wir ganz alleine. Nur wir, die Natur und diese unglaubliche Weite. Wir setzten uns, schwiegen, schauten, atmeten. Es war einer dieser Momente, die man nicht plant und die sich trotzdem tief einprägen. Für mich war es ganz klar: mein persönlicher Kraftort. So still, so friedlich, so magisch.
Nach einer Weile machten wir uns wieder auf den Weg nach unten. Und ja… die Russen sollten wirklich mal lernen, wie man richtig wandert. Ich hätte nie gedacht, dass man sich beim Bergabgehen derart ungeschickt anstellen kann – teilweise fast schlimmer als chinesische Touristengruppen. Unglaublich, was man da alles zu sehen bekommt.
Unten angekommen gingen wir Richtung Stadt. Uns war klar: Wir wollten kein hipsterhaftes Café, kein schickes Lokal mit Smoothie Bowls und Avocado Toast. Wir wollten etwas Traditionelles. Schließlich fanden wir eine kleine, ziemlich heruntergekommene Hütte. Ein Mann war da, und wir fragten vorsichtig, ob wir Frühstück bekommen würden. Er nickte, also setzten wir uns.
Zur Auswahl standen genau drei Dinge: Curry, Kottu oder Rotti – klassisches Sri-Lanka-Frühstück. Wir bestellten zwei Ananassäfte, Kottu für Kosi und Curry für mich. Daraufhin musste der Mann erstmal den Koch anrufen. Zwei Minuten später kam dieser mit dem Moped angefahren.
Er fragte uns erneut, was wir wollten. Wir sagten es ihm. Dann startete er die Herdplatte – und fragte nochmal nach. Wir erklärten es erneut. Und genau das ist es, was Sri Lanka für uns ausmacht: Keine durchgestylten Restaurants, kein Schickimicki, sondern kleine, einfache Buden mit echtem Essen und echten Menschen.
Gestärkt spazierten wir danach durch die Stadt, schlenderten die Straßen entlang und schauten uns alles in Ruhe an. Trotz des starken Tourismus ist Ella immer noch richtig schön – grün, lebendig und voller kleiner Ecken, die ihren Charme behalten haben.
Kurz nach Mittag machten wir uns auf den Weg zur Nine Arch Bridge. Dort war es – wenig überraschend – extrem voll. Menschen überall. Wir schlenderten ein wenig herum, beobachteten das Treiben, holten uns eine Kokosnuss für 1 Euround beschlossen dann, wieder zurück in unsere Unterkunft zu gehen, um kurz zu rasten.
Danach ging es am Abend nochmal in die Stadt zum Abendessen und spazieren.
Wir fanden ein veganes Restaurant und das ist wirklich spitze!! Dort bestellten wir eine Falafel Bowl, einen vegetarischen Burger und Coleslaw und Wedges und zahlten für alles zusammen 14€. Da staunten wir beide sehr darüber.
Falls jemand mal herkommen sollte, unbedingt ausprobieren: Rainbow Cafe.
(Es gibt auch Hünchen und Fisch für nich Veganer 😜)
Donnerstag - Wanderung zum Ella Rock
Zuerst einmal das Wichtigste vorweg: Es gibt eine neue Podcastfolge! 🎙️
Falls ihr also Lust habt, uns ein Stück auf unserer Reise zu begleiten, hört unbedingt rein:
👉 https://open.spotify.com/episode/172nyjMnqLdN72Ln9OJ7Gv?si=bLnJvkylSTqGo7vjLzlpNQ
Der Tag begann für uns erstaunlich entspannt, denn wir konnten tatsächlich bis 7 Uhr ausschlafen – ein kleiner Luxus auf Reisen. Da wir kein Frühstück in der Unterkunft dabei hatten und wussten, dass der Tag sehr früh und sportlich starten würde, war ich im Nachhinein unglaublich froh, dass ich an unsere More Probierpakete gedacht hatte.
Ich hatte einen Protein-Grießpudding und einen Protein-Milchreis eingepackt, die man einfach nur mit heißem Wasser aufkochen muss. Genau das Richtige für diesen Morgen: schnell gemacht, richtig lecker und vor allem sättigend. Frühstücken gehen wäre sich zeitlich ohnehin nicht ausgegangen.
Um 7:45 Uhr schnürten wir dann unsere Schuhe und machten uns auf den Weg zu einer meiner absoluten Lieblingswanderungen in Ella: dem Ella Rock.
Da ich mittlerweile schon dreimal oben war, wussten wir ganz genau, welche Route wir nehmen mussten – und das ist bei dieser Wanderung wirklich Gold wert.
Also ging es zuerst runter auf die Bahngleise und dann ganz entspannt etwa eine Stunde entlang der Gleise. Diese Strecke ist zwar ungewöhnlich, aber wunderschön und irgendwie typisch für Ella. Unterwegs begegneten wir einigen russischen Touristengruppen – ich sage es ehrlich, die Unfreundlichkeit war kaum zu übersehen. Aber gut, wir ließen uns davon nicht die Stimmung verderben und gingen einfach unseres Weges.
Nach einiger Zeit kamen wir schließlich zur bekannten Abzweigung, ab der es richtig auf den Berg hinaufgeht. Und ab dort beginnt der Dschungel.
Wenn man noch nie hier war, könnte man wirklich glauben, man sei komplett falsch. Der Weg ist steil, rutschig, teilweise kaum erkennbar und sieht absolut nicht nach einem offiziellen Wanderweg aus. Ehrlich gesagt: Ohne Vorkenntnisse ist man hier schnell verunsichert.
Kleiner Tipp an dieser Stelle:
Wer den Ella Rock selbst machen möchte, sollte sich vorher gut informieren, uns direkt schreiben oder auf Komootnach verlässlichen Routen suchen. Leider versuchen manche Einheimische, Touristen absichtlich auf falsche Wege zu schicken, um ihnen dann gegen Geld den „richtigen“ Weg zu zeigen.
Wir sahen auch viele Touristen, die mit Guides unterwegs waren – nicht mit uns. Wir gingen einfach weiter, Schritt für Schritt, immer tiefer in den Dschungel hinein.
Die Wanderung war extrem anstrengend, die Hitze brutal und die Luftfeuchtigkeit nicht ohne. Insgesamt brauchten wir über zwei Stunden, bis wir endlich oben ankamen. Aber: eine richtig gute Sport- und Bewegungseinheit war es definitiv.
Oben angekommen dann der kleine Schock: ein Ticketschalter.
Wir fragten ganz überrascht, seit wann man denn bitte für den Gipfel zahlen müsse und der Herr meinte trocken: seit drei Jahren.
Na gut – wenn man schon einmal oben ist, will man natürlich auch die Aussicht genießen. Also zahlten wir 6 € für zwei Personen. Und was soll ich sagen: Es war jeden Cent wert.
Die Aussicht ist einfach atemberaubend. Endlose grüne Hügel, Teeplantagen, Weite, Ruhe – einfach wunderschön. Viele glauben übrigens, dass es nur einen einzigen Viewpoint gibt. Aber wir wussten es besser: Hinter der Hütte gibt es noch einen zweiten Aussichtspunkt.
Also gingen wir noch etwa 10 Minuten weiter – und dort waren wir dann ganz alleine. Keine Menschen, keine Geräusche, nur Natur. So schön und so friedlich.
Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nach dem Abstieg gibt es noch einen versteckten Wasserfall, den wir schon vor acht Jahren entdeckt hatten. Natürlich schauten wir auch diesmal kurz vorbei.
Danach holten wir uns bei einem kleinen Haus daneben zwei frische Kokosnüsse – perfekt gegen den Durst und genau das, was wir nach dieser Hitze gebraucht haben. Und ehe wir uns versahen, standen wir wieder auf den Bahngleisen.
Gegen 12 Uhr kamen wir völlig erledigt, aber glücklich zurück in Ella Town. Unser Weg führte uns – wenig überraschend – wieder in unser liebstes veganes Restaurant. Wir waren so unglaublich hungrig.
Für mich gab es eine Smoothie Bowl, für Kosi Avocado, Ei und Toastbrot. Ja, klassisches Touristenessen – aber nach so einer Wanderung genau das Richtige.
Anschließend spazierten wir zurück zur Unterkunft und gönnten unseren Beinen endlich etwas Ruhe. Insgesamt hatten wir an diesem Tag bereits über 30.000 Schritte gesammelt – kein Wunder, dass alles gezogen hat.
Achhh nein das stimmt so nicht ganz. Wir fanden ein Massagestudio - besser gesagt eine kleine Holzhütte mit zwei Brettern drinnen und fragten nach den Massagepreisen. Für 11€ pro Person bekam man hier eine einstündige Ganzkörpermassage. Da sagten wir nicht nein.
Beim Eingang stand jedoch nur ein kleiner Bub - der erklärte uns, dass seine Mama und Schwester die Massage machen würden. Schnell rief er die beiden vom Feld her.
Die zwei Damen, die gerade noch bei den Pflanzen arbeiteten, kamen zu uns und zeigten uns, wir sollen uns doch hinlegen.
Ohne Händewaschen, ohne viel Tamtam. Wir legten uns auf die zwei Holzbretter und genossen die Massage. Zum Abschluss holten die Damen sogar extra zwei Aloe Vera Zweige, um uns damit einzuschmieren.
Da hat sich das Geld auf jeden Fall ausgezahlt.
Dann gings aber wirklich zurück zur Unterkunft.
Nach etwa zwei Stunden Pause machten wir uns am Abend erneut auf den Weg in die Stadt, um Ella bei Nacht zu erkunden.
Wenn alles glüht, glänzt und leuchtet, bekommt der Ort noch einmal eine ganz besondere Stimmung ✨
Freitag - Rückfahrt
Am Freitag stand leider schon unser letzter Morgen in Ella an. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit dort vergangen ist – gefühlt waren wir gerade erst angekommen und nun hieß es schon wieder Abschied nehmen. Obwohl Ella inzwischen wirklich sehr touristisch ist, begeistert mich dieser Ort jedes Mal aufs Neue. Die grüne Landschaft, die entspannte Stimmung und die vielen kleinen Wege machen ihn für mich einfach besonders.
Was ich allerdings nach wie vor nicht ganz verstehe: warum sich so viele Tourist:innen mit dem Tuk-Tuk zu Orten wie der Nine Arches Bridge oder dem Little Adam’s Peak fahren lassen. Für mich ist gerade das Gehen, Spazieren und langsame Entdecken das Schönste daran. Man bekommt so viel mehr von der Umgebung mit. Aber man merkt deutlich, dass für viele alles möglichst schnell gehen muss – ohne große Anstrengung und am besten in kurzer Zeit.
Wie fast immer entschieden auch wir uns an diesem Tag bewusst gegen ein Taxi und nahmen stattdessen den Bus. Also hieß es zuerst: Sachen zusammenpacken, auschecken und gemütlich in die Stadt spazieren. Dort holten wir uns beim Bäcker noch ein kleines Frühstück für unterwegs. Für unter zwei Euro bekamen wir zwei vegetarische Dreiecke, zwei Rotti und eine Kokos-Honig-Palatschinke. Das Gebäck hier ist einfach jedes Mal unglaublich lecker – frisch, würzig und genau richtig für eine lange Busfahrt.
Anschließend warteten wir an der Straße auf den Bus. Zunächst kam ein Bus nach Matara, doch wir wussten, dass es auch einen gibt, der direkt nach Galle fährt. Also entschieden wir uns zu warten. Gegen 9:40 Uhr sollte er kommen und tatsächlich fuhr er kurz vor 9:50 Uhr vor. Für die Fahrt nach Galle zahlten wir zusammen gerade einmal fünf Euro – unschlagbar günstig.
Unterwegs mussten wir einmal für etwa zehn Minuten anhalten, weil eine Büffelherde gemütlich die Straße blockierte. Abgesehen davon kamen wir aber recht gut voran. Nach etwas mehr als sechs Stunden erreichten wir schließlich Galle. Dort musste ich dringend zuerst eine Toilette aufsuchen, bevor wir in den nächsten Bus nach Hikkaduwa stiegen. Der Busfahrer raste sogar so schnell, dass mir teilweise übel wurde während der Fahrt.
Die letzte Etappe dauerte noch einmal ungefähr eine Stunde. Kurz nach 17 Uhr kamen wir dann endlich in Hikkaduwa an – völlig erledigt. So sehr wir Busfahren hier auch mögen, es ist doch jedes Mal ziemlich anstrengend. Die Hitze, das lange Sitzen und die vielen Eindrücke machen einen am Ende ganz schön müde.
Samstag - Entspannung
Am Samstag passierte dann ehrlich gesagt nicht besonders viel – und genau das tat richtig gut. Wir starteten den Tag entspannt mit Laufen und einem gemütlichen Frühstück. Danach ging es ans Meer, wo wir einfach nur die Zeit genossen, das Rauschen der Wellen hörten und nichts weiter vorhatten.
Zwischendurch machten wir einen Spaziergang, gingen später Kottu essen und schlenderten danach erneut durch die Gegend. Kein Zeitdruck, kein großes Programm – einfach ein super entspannter und erholsamer Tag, genau das, was wir nach der langen Reise gebraucht haben.
Heute (Sonntag) steht genau dasselbe an wie am Samstag - also alles ruhig und entspannt ☺️
Eigentlich war der Plan, nur einmal pro Woche zu schreiben, weil wir dachten, dass nicht allzu viel passieren würde. Doch na ja … ihr seht selbst, es gab dann doch mehr zu berichten als gedacht. Sorry dafür 😄 Aber keine Sorge – nächste Woche wird es bestimmt etwas ruhiger.
Bussi Baba,
Kosanni
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Kommentare
Wir wünschen euch alles alles Gute auf eurer Reise. Passt gut auf euch auf. Und danke für die schönen Fotos .Ganz liebe Grüße!🫶 Monika