Montag
JAAAA wir sind noch immer auf Bali! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.
Der Montag startete für mich direkt mit einer ordentlichen Portion Motivation – und Hitze. Um den Tag aktiv zu beginnen, ging es für mich nämlich zu einer Hot-Pilates-Einheit. Das Besondere daran: Der Raum wird auf etwa 30 Grad aufgeheizt, bevor das Training überhaupt beginnt. Klingt erstmal gemütlich, ist es aber absolut nicht. Schon nach den ersten Minuten merkt man, dass jede Bewegung doppelt so anstrengend ist. Die Muskeln arbeiten auf Hochtouren, der Schweiß läuft und spätestens nach der Hälfte der Stunde fragt man sich kurz, warum man sich das eigentlich freiwillig antut. Aber genau dieses Gefühl danach – komplett ausgepowert, aber irgendwie auch stolz – macht es dann wieder wert.
Nach dieser schweißtreibenden Einheit traf ich mich um 8 Uhr mit Kosi. Wir hatten uns für einen kleinen Morgen-Stopp verabredet: ein Shake und ein Kaffee, einfach um kurz durchzuatmen und Energie zu tanken, bevor es direkt weiterging. Lange konnten wir aber nicht sitzen bleiben, denn unser nächster Programmpunkt wartete schon.
Um 9 Uhr hatten wir nämlich eine Cycling-Stunde gebucht. Also hieß es: schnell austrinken, Sachen packen und nichts wie hin zum nächsten Studio. Wir waren eigentlich voller Motivation, schließlich war eine ganze Stunde Cycling geplant. Doch irgendwie kam alles etwas anders. Nach ungefähr 40 Minuten war plötzlich Schluss. Die Stunde war insgesamt auch eher… sagen wir mal… durchwachsen. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht das energiegeladene Training, das wir erwartet hatten. Trotzdem: Wir haben das Beste daraus gemacht, ordentlich in die Pedale getreten und es einfach sportlich genommen.
Als wir fertig waren, war es bereits 10 Uhr – und uns wurde klar: Zu Hause hatten wir absolut nichts zum Frühstücken. Also beschlossen wir spontan, noch schnell etwas essen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf die Avocado Factory – und der Name hält tatsächlich, was er verspricht. Dort gibt es gefühlt zu jedem Gericht irgendwo Avocado dazu. Ob Toast, Bowl oder Sandwich – Avocado ist einfach überall.
Wir bestellten zwei Gerichte und zwei Kaffee und waren selbst ein bisschen überrascht, als wir am Ende nur 17 Euro für alles zusammen zahlten. Für so ein Frühstück wirklich ein super Deal.
Bevor wir aber zurück zur Unterkunft fuhren, machten wir noch einen kleinen Versorgungs-Stopp. Erst ging es kurz über den Obstmarkt, danach noch schnell in den Supermarkt, damit wir am nächsten Morgen wenigstens wieder etwas für ein Frühstück zu Hause haben. Solche Kleinigkeiten dauern dann doch immer länger als gedacht – und plötzlich merkt man, wie schnell die Zeit vergeht.
Schließlich ging es zurück zur Unterkunft. Dort wurde der Rest des frühen Nachmittags ganz entspannt verbracht: am Pool liegen, ein bisschen lernen und einfach abschalten. Genau diese ruhigen Momente zwischen all den Aktivitäten sind manchmal fast die schönsten.
Gegen 15 Uhr machten wir uns dann noch einmal auf den Weg – diesmal zum Warung, um etwas zu essen. Danach ging es aber direkt wieder zurück.
Am Abend standen unsere Programme dann getrennt an. Kosi hatte um 18 Uhr eine Muay-Thai-Stunde, während ich die Zeit nutzte, um eine große Runde spazieren zu gehen. Ich rechnete eigentlich fest damit, dass er nach ungefähr einer Stunde wieder zurück sein würde.
Doch daraus wurde nichts.
Sein Training dauerte anscheinend eineinhalb Stunden – womit weder er noch ich wirklich gerechnet hatten. Als er immer noch nicht zurück war, machte ich mir kurz ein bisschen Sorgen, wo er geblieben sein könnte. Dann fiel mir aber etwas ein: Montags und donnerstags gibt es minus 50 % auf Pizza.
Als er nach zwei Stunden immer noch nicht da war, war mir plötzlich ziemlich klar, was wahrscheinlich passiert war.
Und tatsächlich.
Kosi kam irgendwann zurück – mit einer riesigen 50-cm-Pizza… und einer Zimtschnecke in der Hand.
Damit war der Abend eigentlich perfekt: gemütlich essen, ein bisschen lachen und dann langsam Richtung Bett.
Ein klein wenig grantig war ich trotzdem auf ihn. Ich hatte ihm nämlich erst am selben Tag gesagt, dass ich eigentlich nicht mehr so viel Süßes essen wollte, weil wir hier gefühlt jeden Tag Desserts, Eis oder irgendwelche Snacks essen.
Und was macht Kosi?
Genau.
Er bringt eine Zimtschnecke mit.
Aber gut – lieb gemeint war es trotzdem.
Dienstag
Der Dienstag begann für mich in einer etwas ungewohnten Rolle – ich spielte nämlich erstmal Taxi für Kosi. Er hatte sich für eine Pilates-Stunde um 7 Uhr angemeldet, und da das Studio nicht gerade um die Ecke lag, brachte ich ihn dorthin.
Da ich aber keine Lust hatte, die Zeit einfach irgendwo zu vertrödeln, machte ich kurzerhand das, was hier mittlerweile ganz selbstverständlich geworden ist: Ich buchte mir selbst ebenfalls eine Stunde – ebenfalls um 7 Uhr, allerdings in einem anderen Studio.
Also lief alles wie ein kleines Morgen-Manöver ab:
Ich setzte Kosi bei Anatomy ab, verabschiedete mich kurz – und fuhr dann direkt weiter zu meinem eigenen Training.
Für mich stand diesmal Infrared Hot Pilates auf dem Programm. Das bedeutet: ein Raum mit ungefähr 30 Grad Hitze, zusätzlich noch Infrarotlampen, die den Körper während des Trainings aufwärmen. Klingt vielleicht erstmal ganz angenehm – aber glaubt mir: man kommt so unglaublich ins Schwitzen. Schon nach wenigen Minuten fühlt sich jede Bewegung intensiver an, die Muskeln arbeiten stärker und irgendwann tropft der Schweiß wirklich von überall. Am Ende war ich komplett durchgeschwitzt – aber gleichzeitig auch richtig zufrieden mit dem Training.
Nach der Stunde holte ich Kosi wieder von seinem Pilates ab und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu einem Café, das wir schon länger ausprobieren wollten: das Collagen Café.
Dort gibt es nämlich eine ziemlich coole Aktion: zwischen 8:30 und 9:30 Uhr bekommt man zu jedem Collagen-Getränk eine LED-Gesichtsmaske dazu. Also bestellten wir uns natürlich genau das.
Ich nahm einen Collagen-Kaffee, Kosi entschied sich für einen Collagen-Shake – und dazu bekamen wir zwei LED-Masken, die man währenddessen im Gesicht tragen konnte.
Das sah vermutlich etwas lustig aus, aber die Idee dahinter fanden wir echt cool.
Das Café lag übrigens direkt neben dem größten Beachclub hier auf Bali. Und ich sage euch: Der war wirklich riesig. Als wir daran vorbeigingen, fühlte es sich ein bisschen an wie der Megapark auf Mallorca – nur viel größer, moderner und schöner gestaltet. Trotzdem merkten wir schnell: Das ist eindeutig nicht unsere Welt. Viel zu laut, viel zu viel Party-Vibe am Morgen.
Danach ging es zurück zur Unterkunft. Dort machten wir uns erstmal unser richtiges Frühstück, weil der kleine Café-Stopp eher ein Snack gewesen war.
Und kaum hatte Kosi gegessen, passierte etwas sehr Typisches:
Er fiel direkt ins Bett – und schlief einfach bis 13 Uhr.
Währenddessen setzte ich mich an den Pool und lernte. Die Umgebung ist zwar traumhaft, aber ehrlich gesagt ist Lernen bei dieser Hitze gar nicht so einfach. Irgendwann merkt man, wie die Konzentration nachlässt und man mehr damit beschäftigt ist, sich irgendwie kühl zu halten.
Also weckte ich Kosi schließlich auf und wir beschlossen spontan, zum Lernen in ein Café zu fahren. Ein bisschen Klimaanlage, ein Kaffee und ein anderer Ort helfen manchmal Wunder.
Dort bestellten wir uns zwei Kaffee und frische Kokosnüsse, klappten unsere Sachen auf und versuchten, ein paar produktive Stunden hinzubekommen.
Doch lange konnten wir sowieso nicht bleiben, denn um 15 Uhr ging es schon wieder weiter.
Ein Boxtraining stand auf dem Plan.
Diesmal wollten wir beide hingehen und wir hatten eigentlich ziemlich hohe Erwartungen. Der Grund: Ein neues Boxstudio hatte erst vor einer Woche eröffnet und genau dort hatten wir uns eingebucht. Neue Studios sind oft besonders motiviert, also waren wir wirklich gespannt.
Leider merkten wir schon in den ersten Minuten, dass diese Stunde wohl nicht das werden würde, was wir uns erhofft hatten.
Niemand begrüßte uns.
Niemand erklärte irgendetwas.
Niemand fragte nach unserem Erfahrungslevel.
Nach ungefähr fünf Minuten kamen noch zwei andere Männer dazu – und plötzlich hieß es einfach nur: Bänder rauf, Handschuhe an.
Das war’s.
Und ich dachte mir nur:
Was wäre eigentlich, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben boxen würde?
Es schien egal zu sein. Niemand fragte, ob wir wissen, wie man die Bänder bindet, ob wir Technik kennen, oder ob wir überhaupt schon einmal geboxt haben.
Und leider ging es genau so weiter.
Wir sollten einfach auf die Boxsäcke einschlagen – wie, war offenbar völlig egal.
Nach ungefähr 20 Minuten merkte ich, wie meine Stimmung langsam kippte. Ich wurde richtig grantig. Denn wie soll ich eine Übung ordentlich machen, wenn mir niemand erklärt, wie sie funktioniert? Weder Technik, noch Haltung, noch irgendetwas.
Und bevor ich irgendetwas falsch mache, mache ich ehrlich gesagt lieber gar nichts.
Also passierte etwas, was eigentlich gar nicht meine Art ist:
Ich verließ mitten im Training das Studio.
Ich war einfach zu genervt.
Kosi blieb noch bis zum Schluss und machte die Stunde fertig, während ich draußen eine Runde spazieren ging, um mich wieder ein bisschen zu beruhigen.
Als er schließlich auch fertig war, kam er zu mir und sagte nur:
Das Training hätte gar nichts mehr gebracht – im Gegenteil, es sei sogar noch schlechter geworden.
Damit war unsere Entscheidung im Nachhinein wohl doch nicht ganz falsch.
Danach spazierten wir noch ein bisschen gemeinsam herum, einfach um den Kopf freizubekommen und den Tag wieder etwas entspannter ausklingen zu lassen.
Mittwoch
Der Mittwoch begann ganz ungewohnt: Ausschlafen!
Kein Wecker, kein Training, kein Zeitdruck. Und ehrlich gesagt tat das auch richtig gut. Nach den vielen sportlichen Einheiten der letzten Tage war so ein ruhiger Morgen genau das, was wir gebraucht hatten.
Ich wurde zwar trotzdem relativ früh wach, aber anstatt gleich aufzustehen und Kosi zu wecken, ließ ich ihn einfach noch schlafen. Ich schnappte mir meine Lernunterlagen und setzte mich an den Pool. Dort war es am Morgen noch angenehm ruhig – nur ein bisschen Vogelgezwitscher, leichter Wind und die ersten Sonnenstrahlen.
Ungefähr eine Stunde später kam dann auch Kosi dazu, noch leicht verschlafen, aber gut gelaunt.
Gemeinsam richteten wir uns dann unser Frühstück:
Müsli, Joghurt und frisches Obst – simpel, aber genau das Richtige am Morgen.
Danach machten wir noch eine kleine gemeinsame Spazier-Runde, einfach um ein bisschen Bewegung reinzubringen und den Tag entspannt zu starten.
Und dann fiel uns plötzlich etwas ein, das wir auf keinen Fall vergessen durften:
Podcast aufnehmen!
Es war schließlich Mittwoch, und normalerweise kommt an diesem Tag immer eine neue Folge online. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, diesmal früher in der Woche aufzunehmen. Unser Plan war sogar: Beim nächsten Regen setzen wir uns hin und nehmen auf.
Das Problem?
Es hat die ganze Woche einfach nicht geregnet.
Und so vergingen die Tage plötzlich schneller als gedacht – ohne neue Folge.
Also setzten wir uns schließlich für ungefähr zwei Stunden hin, Mikrofone raus, Laptop auf, und nahmen den zweiten Teil unserer Sri-Lanka-Folge auf. Wenn man einmal im Redefluss ist, vergeht die Zeit sowieso wie im Flug.
Nachdem das erledigt war, stand noch eine kleine Mission auf dem Plan:
Zahnarzt.
Eigentlich brauche ich schon länger eine Zahnschiene für die Nacht, weil ich nachts mit den Zähnen presse. Im Dezember hätte ich das eigentlich schon erledigen wollen, aber durch meinen Krankenhausaufenthalt hat sich damals alles verschoben und es ging sich einfach nicht mehr aus.
Da Bali in medizinischen Dingen ziemlich fortschrittlich ist, dachte ich mir: Warum nicht einfach hier erledigen?
Also suchte ich mir einen Zahnarzt vor Ort heraus und wir fuhren gemeinsam hin – ehrlich gesagt beide ein bisschen gespannt, was uns erwarten würde.
Und dann kam alles komplett anders, als wir es uns vorgestellt hatten.
Die Praxis war extrem modern, richtig nobel eingerichtet, alles wirkte unglaublich sauber und professionell. Schon beim Reinkommen wurden wir super freundlich empfangen, fast schon wie in einem Hotel.
Und dann ging alles plötzlich rasend schnell.
Nach vielleicht vier Minuten im Wartebereich wurde ich bereits aufgerufen und durfte zum Arzt hinein. Dort wurde sofort ein 3D-Scan meiner Zähne gemacht. Das Ganze dauerte vielleicht vier Minuten – und dann war eigentlich schon alles erledigt.
Kein Abdruck mit dieser komischen Masse, kein langes Herumsitzen.
Einfach rein – scannen – fertig.
Wir waren beide ziemlich überrascht, wie schnell das ging.
Da wir jetzt plötzlich viel früher fertig waren als gedacht, beschlossen wir spontan, noch ein bisschen durch die Gegend zu fahren und uns die Umgebung anzusehen.
Irgendwann meldete sich dann aber doch der Hunger, also machten wir noch einen Stopp beim Warung und holten uns etwas zu essen.
Der Abend verlief dann wieder ganz gemütlich. Wir nutzten die Zeit für ein paar Telefonate nach Hause – ein bisschen updaten, was gerade in Graz und in Berg so passiert, wer was erlebt hat und was wir so alles verpasst haben.
Solche Gespräche sind irgendwie immer schön.
Ein kleines Stück Heimatgefühl, auch wenn man gerade auf der anderen Seite der Welt sitzt. 🌏📞
Donnerstag
Am Donnerstag hatten wir eine klare Mission: raus aus Canggu.
Nach den vielen Tagen dort wollten wir einfach mal etwas anderes sehen – also beschlossen wir, Sanur zu erkunden.
Also rauf aufs Moped und los ging’s. Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde, was auf Bali eigentlich gar nicht so wenig ist, weil der Verkehr hier teilweise wirklich chaotisch sein kann. Aber die Strecke war schön – viel Grün, kleine Tempel am Straßenrand, Roller überall und zwischendurch immer wieder ein Blick aufs Meer.
In Sanur angekommen, parkten wir unser Moped und starteten direkt mit einem Spaziergang. In unserer Vorstellung gab es dort so etwas wie eine richtige Strandpromenade – ähnlich wie man sie aus Kroatien oder Italien kennt. Also ein langer Beachwalk mit Cafés, kleinen Bars, vielleicht Musik und viel Leben.
Der Walk selbst war tatsächlich richtig schön. Man konnte direkt am Meer entlangspazieren und es gab sogar zwei getrennte Wege: einen für Fußgänger und einen für Radfahrer. Das machte das Ganze sehr entspannt, weil man nicht ständig ausweichen musste.
Trotzdem muss man ehrlich sagen:
Es war schön – aber nicht ganz so liebevoll oder besonders, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Während wir entlanggingen, kamen wir an einem ziemlich beeindruckenden Hotel vorbei. Aus Neugier googelte ich kurz den Preis. Ergebnis: 4800 Euro für zehn Tage für zwei Personen.
Also… ja.
Nicht ganz unsere Preisklasse.
Ein Stück weiter standen wir plötzlich vor der ICON Bali Mall.
Die Mall ist relativ neu und gilt als eines der modernsten Einkaufszentren in Sanur. Sie liegt direkt am Meer und verbindet Shopping, Restaurants und Aussicht aufs Wasser. Innen ist alles super modern gestaltet, mit großen Glasfronten, internationalen Marken, Restaurants und Cafés – und vor allem: perfekt klimatisiert.
Und genau deshalb spazierten wir dort erstmal alle Stockwerke ab. Nicht unbedingt zum Shoppen – sondern einfach, weil es dort so angenehm kühl war.
Nachdem wir einmal durch alles durch waren, holten wir uns noch einen Kaffee to go und gingen wieder zurück auf den Beachwalk, um weiter am Strand entlangzulaufen.
Es war wirklich nett dort, keine Frage. Aber wie gesagt: nichts übertrieben Spektakuläres. Trotzdem verbrachten wir am Ende den ganzen Tag in Sanur, einfach weil es eine schöne Abwechslung zu Canggu war.
Was uns allerdings schnell auffiel: Sanur ist verhältnismäßig ziemlich teuer. Deshalb beschlossen wir irgendwann, dort nichts essen zu gehen, sondern später einfach wieder zu unserem Stamm-Warung zurückzufahren.
Was uns wiederum positiv überraschte:
Es waren dort viel mehr Einheimische unterwegs und deutlich weniger Touristen als in Canggu. Dadurch wirkte alles ruhiger, entspannter und weniger hektisch.
Allerdings merkt man auch: Wenn es dort etwas gibt – ein Restaurant, ein Hotel oder ein Beachclub – dann ist es oft gleich sehr exklusiv und entsprechend teuer. So richtiges Mittelmaß gibt es dort irgendwie wenig.
Während wir noch unterwegs waren, bekam ich plötzlich eine Nachricht von der Zahnklinik.
Meine Zahnschiene war bereits fertig.
Sie fragten mich, ob ich sie abholen möchte oder ob sie sie mir vorbeischicken sollen.
Die Entscheidung war schnell getroffen.
Natürlich schicken.
Also öffnete ich die Grab-App und bestellte dort einen Fahrer. Der fuhr zuerst zur Zahnklinik, holte meine Schiene ab und brachte sie dann mit dem Moped etwa 40 Minuten direkt zu unserer Unterkunft.
Kostenpunkt?
Ein Euro.
Eigentlich ein bisschen faul – aber gleichzeitig auch extrem praktisch.
Am Abend passierte dann allerdings noch etwas Unerwartetes.
Kosi hatte seit ein paar Tagen eine kleine Wunde. Anfangs sah es eigentlich so aus, als würde sie besser werden. Ich hatte sie regelmäßig gereinigt und versorgt und zuerst lief alles gut.
Doch durch das viele Mopedfahren, das Schwitzen und die Hitze hatte sich die Stelle plötzlich deutlich verschlechtert.
Also entschieden wir spontan:
Wir fahren ins Krankenhaus.
Grundsätzlich hätte ich die Wunde wahrscheinlich auch selbst behandeln können – aber mir fehlten einfach sterile Instrumente. Und ehrlich gesagt fühlte es sich auch nicht besonders klug an, mit einer Augenbrauenpinzette in einer Wunde herumzustochern.
Also ging es um 22 Uhr noch schnell in eine kleine Klinik, nur drei Minuten entfernt.
Dort wurden wir wirklich unglaublich freundlich empfangen. Alles war ruhig, sauber und sehr organisiert.
Ich erklärte der Ärztin gleich, dass wir die Wunde eigentlich nur einmal richtig gründlich reinigen lassen möchten, weil ich die weitere Versorgung danach auch selbst übernehmen könnte.
Und genau das machte sie dann auch.
Zu Kosis großem Entsetzen allerdings ohne Lokalanästhesie.
Das bedeutete: Zähne zusammenbeißen.
Nach ungefähr einer Stunde und einem kleinen minimal-operativen Eingriff war alles erledigt. Die Wunde wurde tief gereinigt, der gesamte Belag entfernt und anschließend sauber versorgt.
Zusätzlich bekam ich alle notwendigen Utensilien mit: sterile Kompressen, Desinfektionsmittel und alles, was ich brauche, um nach jedem Duschen, Schwitzen oder Toilettengang die Wunde weiter zu versorgen.
Und jetzt kommt der eigentlich unglaubliche Teil.
Der gesamte Spaß – also:
- ärztliche Beratung
- der Eingriff
- Verbandsmaterialien
- Medikamente
- Antibiotikum für fünf Tage
- alles, was wir für die Nachversorgung brauchen
kostete insgesamt:
115 Euro.
Alles zusammen.
Da können wir uns in Österreich wirklich eine Scheibe abschneiden.
Bei uns zahle ich teilweise mehr für einen Frauenarztbesuch, ohne dass überhaupt irgendetwas gemacht wird.
Hier übrigens der Link zum aktuellen Podcast: https://open.spotify.com/episode/4TDfbSmXpkuRUIM5J7u665?si=kC4cLVeATf-M7JFqyk0rQg
Und falls ihr die Folge 1 von Sri Lanka nicht gehört habt, dann hört mal rein: https://open.spotify.com/episode/1yPhlo72qvpC8XE9RG2CFH?si=pqDAGMDuSSSqE8y1MVD4Xw
Freitag
Nach dem doch etwas aufregenden und unerwartet langen Abend in der Klinik stand für den Freitag eigentlich nur eines auf dem Plan: Entspannung.
Der Tag begann deshalb ganz bewusst ruhig und ohne Stress. Kein Training, keine großen Ausflüge, keine langen Mopedfahrten quer über die Insel. Vor allem für Kosi war das wichtig, damit sich seine Wunde in Ruhe erholen konnte.
Wir starteten den Morgen ganz gemütlich mit einem kleinen Spaziergang durch die Straßen von Canggu. Am Morgen ist es hier immer besonders angenehm: Die Luft ist noch nicht ganz so heiß, die Cafés öffnen langsam, überall rollen Mopeds vorbei und aus vielen kleinen Warungs duftet es nach frisch gebrühtem Kaffee.
Nach unserer Runde suchten wir uns ein Café zum Frühstücken. Kein großes Programm – einfach hinsetzen, etwas essen, Kaffee trinken und den Morgen langsam vorbeiziehen lassen. Genau solche Tage braucht man zwischendurch auch.
Den restlichen Vormittag und Mittag verbrachten wir dann größtenteils liegend und entspannend. Für Kosi bedeutete das vor allem: viel Pause, wenig Bewegung und die Wunde immer wieder kontrollieren und versorgen. Die Hitze auf Bali macht Heilung ja nicht unbedingt einfacher, deshalb war es umso wichtiger, einfach mal einen Gang runterzuschalten.
Zwischendurch gab es noch eine kleine organisatorische Aufgabe:
Unsere Roller mussten zurückgegeben werden.
Die Mopeds waren in den letzten Tagen wirklich unsere wichtigsten Begleiter gewesen – egal ob zum Training, zum Frühstück, zum Strand oder zu kleinen Ausflügen. Ohne Roller fühlt man sich auf Bali fast ein bisschen unbeweglich. Deshalb war es auch ein kleines bisschen schade, sie wieder abzugeben.
Der Rest des Tages verlief dann weiterhin sehr ruhig. Ein bisschen spazieren, ein bisschen liegen, ein bisschen planen – und einfach den Gedanken genießen, dass der nächste Abschnitt unserer Reise schon vor der Tür stand.
Samstag
Der Samstag begann mit einem kleinen Wehmut-Gefühl.
Es war nämlich unser letzter Tag in der Villa.
Das bedeutete: packen, zusammenräumen und alles vorbereiten, denn heute stand ein Umzug an. Unsere Sachen hatten sich über die Tage natürlich wieder überall verteilt – Kleidung hier, Lernunterlagen dort, Snacks in der Küche, Handtücher am Pool.
Also hieß es erstmal: alles wieder ordentlich verstauen.
Während wir packten, merkten wir beide ein bisschen, dass wir die Villa eigentlich sehr ins Herz geschlossen hatten. Der Pool, die ruhigen Morgen, die Abende draußen – es war wirklich ein richtig schöner Ort gewesen.
Trotzdem ging es für uns heute weiter zum nächsten Abenteuer.
Wir wechselten nämlich ins Elsewhere Surf Camps.
Dort wollten wir die nächsten Tage verbringen – mitten im Surfcamp-Leben, mit Surfkursen, gemeinsamen Aktivitäten und vielen neuen Leuten.
Der Zeitpunkt dafür war allerdings… sagen wir mal nicht ganz perfekt.
Denn eigentlich sollte Kosis Wunde gerade heilen.
Ein Surfcamp bedeutet schließlich normalerweise: viel Wasser, viel Bewegung, viel Strand. Aber wir hofften einfach, dass sich die Situation schnell verbessern würde und wir trotzdem einiges mitnehmen können.
Gegen 14 Uhr kamen wir schließlich beim Surfcamp an, um einzuchecken.
Schon beim Ankommen merkte man sofort eine ganz andere Atmosphäre als in der Villa: mehr Menschen, mehr Leben, Surfboards überall, Leute in Badehosen und mit nassen Haaren, die vom Strand zurückkamen.
Wir waren gespannt, was uns dort in den nächsten Tagen erwarten würde. 🏄♂️🌊
Sonntag: Endlich geht’s ab ins Surfcamp! 🏄♀️🌴
Nachdem wir gestern Abend noch mit einem absolut krassen Essen verwöhnt wurden, startete heute unser lang ersehntes Abenteuer im Surfcamp - zumindest der erste volle Tag. Die Crew hier ist super jung und die Stimmung direkt total entspannt – wir haben zum Glück ein Einzelzimmer gebucht (also nicht so wie die anderen im Schlafsaal), was nach den langen Tagen echt Gold wert ist.
Der Wecker war allerdings gnadenlos: Um 6:30 Uhr war Treffpunkt. Nach einem schnellen „Pre-Surf-Breakfast“ mit frischen Früchten und Marmeladenbrot gab es die erste Einweisung. Wir wurden mit Camp-Shirts ausgestattet und auf die Autos verteilt. Dann hieß es: Abfahrt! Gut eine Stunde ging es Richtung Süden nach Nusa Dua.
Dieser Ort im Südosten Balis ist bekannt für seine luxuriösen Resorts und wunderschönen, hellen Sandstrände. Das Beste für uns: Die Riffe dort bieten perfekte Bedingungen für Surfanfänger, da die Wellen oft sehr sauber und kontrolliert reinlaufen – ideal, um das erste Mal stabil auf dem Board zu stehen!
Während ich mich in die Wellen stürzte, musste Kosi leider noch auf der „Ersatzbank“ Platz nehmen. Seine Wunde muss erst komplett verheilen, bevor er ins Salzwasser darf. Aber er ist der absolute Ehrenmann: Er ist trotzdem mitgekommen, um mich anzufeuern und den ganzen Vormittag den Support zu spielen.
Wir waren insgesamt sieben Schüler, aber das Coaching war richtig intensiv: Ich habe mir zusammen mit einem Engländer einen Lehrer geteilt. Nach einer kurzen Theorie-Session am Strand ging es direkt raus aufs Meer. Und Leute, ich sag’s euch wie es ist: Es war so heftig anstrengend! 🥵
Zwei Stunden lang gab es nur einen Rhythmus: Welle anpaddeln, aufstehen, reiten – und dann der mühsame Weg zurück durch die Brandung. Ich finde ja, dass rausschwimmen Richtung Meer vieeel anstrengender als das Surfen selbst. Nach 1,5 Stunden war ich komplett bedient. Die Sonne brannte ununterbrochen runter, mein Hals war trocken wie die Wüste und meine Muskeln haben angefangen zu zittern. Aber Aufgeben war keine Option! Ich hab mich durchgebissen und wurde belohnt: Von Mal zu Mal wurde mein Gefühl für das Board besser. Kosi hat das Ganze aus der Ferne beobachtet und fleißig Videos gemacht – richtig süß von ihm!
Nach zwei Stunden war ich körperlich am Ende, aber mental im absoluten High. Zur Belohnung gab es direkt eine frische Kokosnuss am Strand. Da die Fahrt zurück lang war und mein Magen nach dem winzigen Frühstück knurrte, hat Kosi mir vom Markt nebenan noch Chips besorgt.
Um kurz nach 11:00 Uhr traten wir die Rückreise an. Während auf der Hinfahrt noch alle aufgeregt gequatscht haben, war es auf dem Rückweg totenstill: Jeder einzelne im Auto ist sofort weggeknickt. Surfen zieht einem echt die letzte Energie aus den Zellen!
Zurück in der Unterkunft (gegen 12:45 Uhr) wartete schon das vorbestellte Essen auf uns. Wir haben uns beide einen Green Smoothie gegönnt, Kosi hatte dazu ein Omelett mit Brot und ich ein Avocado-Brot mit Ei. 🥑🍳 Das war nach der Action genau das Richtige. Das Essen haben wir in der Früh schon bekanntgegeben, damit alles fertig war, als wir zurückkamen.
Am Nachmittag wurde es nochmal spannend: Videoanalyse! Wir wurden im Wasser gefilmt, damit wir im Gemeinschaftsraum zusammen mit den Coaches schauen konnten, wo wir noch an unserer Haltung feilen müssen. Es war super hilfreich (und ein bisschen lustig), sich selbst mal auf dem Board zu sehen. Fazit: Gar nicht so schlecht für den Anfang!
Jetzt liege ich allerdings erstmal flach. Die Kombination aus Hitze und Anstrengung hat mir ein leichtes Kopfweh verpasst, deshalb ist jetzt Ruhe-Modus angesagt. Heute Abend steht noch ein BBQ-Buffet und eine entspannte Yoga-Einheit an – beides ist im Camp inklusive und genau das, was mein Körper jetzt braucht, um morgen wieder fit zu sein.
Das war unsere Woche – intensiv, heiß und voller neuer Eindrücke! Wir melden uns bald wieder.
Bussi Baba,
Kosanni
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